Der Auftrag
OC Racing erreicht Sim-Racer über Videos, Discord und die eigene Website. Wer dort einen Test liest, will oft direkt wissen: Was kostet das gerade, wo ist es reduziert, und passt es zu meinem Lenkrad? Die Website sollte diese Fragen beantworten, ohne dass das Team jeden Tag Preise von Hand pflegt, und der Community einen Ort für Fragen geben.
CIDIX hat ocracing.com im Auftrag von OC Racing gestaltet und entwickelt: Seitenaufbau, eigene WordPress-Erweiterungen für Konfigurator, Vergleich, Prebuilds und Forum sowie die Datenpipeline dahinter. Die redaktionellen Inhalte, die Community und die Partnerschaften mit Herstellern sind die Arbeit von OC Racing.
Ein Konfigurator, der Kompatibilität kennt
Im Sim-Rig-Konfigurator stellen Besucher ein Setup aus zwölf Kategorien zusammen, von Lenkradbasis, Lenkrad und Pedalen über Cockpit und Sitz bis zu Monitor, VR und Zubehör. Der Katalog wird einmal geladen; Suche, Filter nach Kategorie, Hersteller und Preis sowie die Sortierung laufen danach im Browser, ohne Wartezeit pro Klick.
Viele Teile funktionieren nur innerhalb eines Hardware-Ökosystems. Sobald jemand ein Teil eines bestimmten Herstellers wählt, legt das das Ökosystem des Setups fest: Der Konfigurator zeigt dann nur noch passende und universelle Teile und markiert das Setup sichtbar, etwa als „MOZA BUILD“. So entsteht kein Warenkorb aus Teilen, die nicht zusammen funktionieren.
Jedes Produkt hat Preise aus mehreren Shops in verschiedenen Währungen. Der Konfigurator zeigt Teilsummen pro Kategorie und eine Gesamtsumme, umgerechnet mit aktuellen Wechselkursen vom Server; fällt die Abfrage aus, greift eine hinterlegte Tabelle. Ein fertiges Setup lässt sich als Link teilen, etwa im Forum. Es bleibt im Browser gespeichert und begleitet Besucher als kleine Übersicht über andere Seiten, sodass Angebote direkt ins Setup übernommen werden können.
Vergleichen, Vorschlagen, Fragen
Drei weitere Bausteine nutzen denselben Katalog. Der Produktvergleich stellt zwei Teile direkt gegenüber und listet die am häufigsten verglichenen Paare. Prebuild-Setups bieten fertige Zusammenstellungen nach Budget, die sich mit einem Klick im Konfigurator öffnen und anpassen lassen. Und das Forum sammelt Fragen in acht Bereichen.
Ein großer Teil der Community von OC Racing ist im Discord aktiv. Statt einen zweiten, leeren Ort zu eröffnen, übernimmt eine eigene Forum-Erweiterung Themen aus festgelegten Discord-Kanälen und ordnet sie den passenden Bereichen zu. Antworten, die sonst im Chatverlauf verschwinden, werden so auf der Website auffindbar.
Produktdaten direkt im Artikel
Ein Test ist auf ocracing.com auch ein Verkaufsweg. Dafür hat die Redaktion eine Reihe fertiger Blöcke im WordPress-Editor: eine Empfehlungskarte mit Urteil, Zielgruppe sowie Vor- und Nachteilen, einen Fazit-Block mit Empfehlung, idealem Käufer und größtem Nachteil, eine Box „So wurde getestet“ mit Testdauer, Titeln und Vergleichsgeräten, Hinweisboxen, ein Inhaltsverzeichnis und Preis-Buttons. Auf dem Smartphone bleibt eine schmale Leiste mit Produkt und Preis am Bildschirmrand.
Urteil und Einordnung schreibt die Redaktion. Produktname, Preis und Kauflinks wählt sie dagegen aus der Produktdatenbank der Website, und die Blöcke holen diese Daten live in den Artikel. Ein Test vom letzten Jahr zeigt deshalb den heutigen Preis, ohne dass jemand den Artikel öffnet. Neben dem Kauflink steht der passende Rabattcode des Shops.
Werbeplätze, die ehrlich zählen
Für Werbepartner hat CIDIX ein eigenes Werbeplatz-Plugin gebaut. Es setzt Plätze an festen Stellen in die Artikel, etwa nach dem Einstieg, in der Mitte und am Ende, und misst selbst, was dort passiert. Eine Einblendung zählt erst, wenn mindestens die Hälfte des Platzes eine Sekunde lang sichtbar war. Danach erfasst das Skript, wie lange der Platz insgesamt im Blick war, und bei einem Klick die Zeit seit der Einblendung.
Die Messung ist auf echte Nutzung ausgelegt. Ereignisse werden auch beim Verlassen der Seite oder beim Wechsel in einen anderen Tab zuverlässig übertragen, und kehrt jemand zurück, beginnt eine neue Sichtphase. Übermittelt wird nur der Pfad der Seite, keine Parameter aus der Adresse. Auf Wunsch gehen dieselben Ereignisse zusätzlich an ein Analysewerkzeug wie Plausible oder Google Analytics. Auch Plätze ohne gebuchte Anzeige erfassen, wie oft sie gesehen werden. Damit lassen sich Werbeplätze mit nachvollziehbaren Zahlen anbieten.
Rechner für das eigene Setup
Unter „Tools“ stehen vier Rechner, gebaut als eigene Erweiterung. Der Sichtfeld-Rechner bestimmt zu einem gewünschten Blickwinkel wahlweise den Sitzabstand, die Monitorgröße oder den Winkel der seitlichen Monitore, für einzelne, dreifache und gebogene Bildschirme samt Rahmenbreite. Der Spritrechner plant Zeit- und Rundenrennen mit Sicherheitsrunden; ein Umkehrmodus ermittelt den höchsten erlaubten Verbrauch pro Runde, ein Strategiemodus verteilt den Sprit auf Stints und Boxenstopps.
Der Reifendruck-Rechner errechnet den Kaltdruck für den Setup-Bildschirm aus dem gewünschten Druck im Rennen, der Reifentemperatur und der Lufttemperatur, mit Voreinstellungen für Fahrzeugklassen wie GT3 oder LMP. Der Force-Feedback-Rechner geht am weitesten: Aus der Leistung der Lenkradbasis und der gewünschten Kraft berechnet er den Spielraum bis zum Clipping und zeigt in einer simulierten Telemetrie, wo Details verloren gingen. Darunter stehen konkrete Einstellungen für acht Simulationen, von Assetto Corsa Competizione über iRacing bis Le Mans Ultimate, jeweils mit dem Menüpfad im Spiel.
Preise ändern sich jeden Tag
Sim-Racing-Hardware wird in vielen Shops und Regionen verkauft, oft vom Hersteller selbst in eigenen Länder-Shops. Die erste Version im Oktober 2025 war ein Experiment mit einzelnen Shops. Bis Februar 2026 wurde daraus eine konfigurationsgesteuerte Sammlung von Shop-Erfassern, die täglich auf einem Server lief und Angebote an die Website übergab.
Die aktuelle Version kennt 39 Shop-Konfigurationen, darunter Hersteller-Shops in bis zu fünf Regionen. Viele Shops laufen auf Shopify und stellen ihre Produkte als strukturierten Feed bereit. Ein gemeinsamer Erfasser deckt sie alle ab, statt für jeden Shop eigenen Code zu schreiben. Nur Shops mit eigener Technik bekommen eigene Erfasser.
Ein Rabatt ist erst ein Rabatt, wenn er stimmt
Shops liefern fehlerhafte Daten: Streichpreise, die nie galten, Prozentangaben über neunzig, Artikel, die nur als Rückläufer billig sind. Eine Seite mit Angeboten verliert Vertrauen, sobald sie so etwas als Schnäppchen zeigt. Die Pipeline prüft deshalb jeden Rabatt auf Plausibilität und erkennt anhand von Titeln und Merkmalen, ob ein Artikel generalüberholt, B-Ware oder geöffnet ist. Solche Artikel werden gekennzeichnet statt als Neuware verkauft.
Jeder Lauf endet mit einem ehrlichen Ergebnis. Fällt ein Shop aus, meldet der Lauf das, statt still mit weniger Daten weiterzumachen. Im letzten dokumentierten Lauf wurden 38 von 39 Shops erfasst und 1.408 Angebote veröffentlicht.
Dasselbe Produkt in zwanzig Shops
Ein Lenkrad heißt in jedem Shop etwas anders. Um Preise vergleichen zu können, muss die Pipeline erkennen, dass es dasselbe Produkt ist. Eindeutige Treffer ordnet sie automatisch zu. Unsichere Fälle landen in einem Kurations-Protokoll, in dem ein Mensch die Zuordnung bestätigt oder verwirft. Die Entscheidung bleibt gespeichert und muss nicht jeden Tag neu getroffen werden.
Beim ersten Aufbau des Katalogs hat ein Sprachmodell Vorschläge gemacht, zu welchem Hardware-Ökosystem ein Produkt gehört, etwa MOZA, Fanatec oder Simagic. Die Vorschläge wurden geprüft, bevor sie in den Katalog gingen. Preise werden in einer Datenbank mit Verlauf gespeichert. Die Website erhält sie in Teilpaketen und übernimmt sie erst mit einem abschließenden Schritt.
Betrieb ohne Zuschauen
Die Pipeline läuft als zeitgesteuerter Dienst auf einem Linux-Server. Nach jedem Lauf meldet ein Healthcheck den Zustand, Probleme gehen als Nachricht an einen Discord-Kanal. Das Team von OC Racing muss nicht nachsehen, ob die Preise aktuell sind; es wird benachrichtigt, wenn sie es nicht sind.
Was diese Arbeit für Ihr Projekt zeigt
OC Racing zeigt, dass CIDIX nicht nur eigene Produkte baut, sondern Websites für Auftraggeber gestaltet, entwickelt und betreibt. Mit klarer Trennung zwischen dem, was der Kunde liefert, und dem, was die Technik leisten muss.
Die Aufgaben dahinter gibt es in vielen Branchen. Ein Konfigurator, der Kompatibilität kennt, hilft beim Verkauf von Maschinen, Möbeln oder Software-Lizenzen genauso. Ein Händler will Preise von Lieferanten abgleichen, ein Vergleichsportal braucht aktuelle Angebote, eine Marke will ihre Community an einem Ort bündeln. Überall geht es darum, Daten aus fremden Quellen zuverlässig aufzubereiten und Menschen damit eine Entscheidung zu erleichtern.
Auch die übrigen Bausteine sind übertragbar. Redaktionsblöcke mit Live-Daten passen zu jedem Magazin, Blog oder Shop, der über Produkte schreibt. Eine eigene Werbeplatz-Messung gibt Verlagen Zahlen in die Hand, die nicht von einem fremden Werbenetzwerk abhängen. Und ein guter Rechner beantwortet die Frage eines Kunden, bevor er anruft.










